Aktuell

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

 

«Stopp Gewalt gegen Frauen» steht auf den knallgelben Velosattelüberzügen, die ergänzt durch Anhänger am 25. November 2020 an geparkten Velos in Liestal, Muttenz und Basel-Stadt angebracht werden. Auf den Anhängern sind die Telefonnummern der wichtigsten Beratungsstellen und Institutionen aufgeführt, bei denen gewaltbetroffene Frauen Hilfe finden.

Das Frauenhaus und die Opferhilfe beider Basel, die Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt Basel-Landschaft, die Fachstelle Häusliche Gewalt Basel-Stadt sowie die multikulturelle Suchtberatung Musub führen die Sensibilisierungsaktion gemeinsam durch.

Die Aktion macht auf das in unserer Gesellschaft weitverbreitete Problem der Gewalt gegen Frauen aufmerksam. Häusliche Gewalt geschieht oft im Verborgenen. Umso wichtiger ist es, besonders jetzt ein klares und sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen. Nicht nur Covid-19 gefährdet die Gesundheit von Frauen, auch häusliche Gewalt bedroht die psychische und physische Unversehrtheit von Frauen und Kindern. Das Frauenhaus und die Beratungsstellen mit ihren Angeboten für Betroffene sind auch jetzt erreichbar.

Die Aktion wird durch Beiträge der Swisslos-Fonds Kantone Basel-Landschaft sowie Basel-Stadt möglich gemacht.

                

 

Leben mit Covid-19

Auswirkungen auf das Frauenhaus beider Basel

Das Frauenhaus beider Basel ist die erste Anlaufstelle der Region für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder. Seit knapp vier Jahrzehnten bietet es Schutz, fachspezifische Beratung und Unterkunft.

An aktuell drei anonymen Standorten finden Gewaltbetroffene Zuflucht. Für jeden Standort gibt es ein auf die aktuelle Lage und die Empfehlungen des BAG abgestimmtes Schutzkonzept für Mitarbeiterinnen sowie für Klientinnen und ihre Kinder. So konnten bisher alle Standorte ohne Einschränkungen durchgängig geöffnet und der Betrieb immer aufrecht erhalten bleiben.

Das Frauenhaus ist eine Kriseninterventionseinrichtung und wird als 24-Stunden-Betrieb mit einem hohen Sicherheitsdispositiv geführt. Rund um die Uhr ist es telefonisch mit durchgehendem Präsenzpersonal erreichbar. Es unterhält zehn Familien- und Einzelzimmer mit 17 Betten. Seit Beginn des Lockdowns ist eine erhöhte Nachfrage an telefonischen Beratungen und Schutzplätzen zu verzeichnen.

Um der Platznot entgegenzuwirken, wurde im Dezember 2019 das Übergangsangebot PasserElle eröffnet. Frauen mit und ohne Kinder, die nicht mehr höchstgefährdet, aber weiterhin auf Schutz, fachspezifische Beratung und Begleitung angewiesen sind, können in die teilstationäre Wohneinheit übertreten. Die PasserElle verfügt über Schutzplätze für vier Frauen und drei Kinder.

Seit Mai bietet das Frauenhaus SOS vorübergehend zusätzliche Notschutzplätze, um während und nach der Pandemie mehr Frauen vor weiterer Gewalt schützen zu können. Der Standort verfügt über neun Schutzplätze für Frauen und bis zu sechs für Kinder.