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Zahlen, Fakten, Literatur

MEHR ALS NUR ZAHLEN

Im Jahr 2025 fallen zwei Zahlen besonders auf: die durchschnittliche Belegung von 78 Prozent und die 828 telefonischen Anfragen und Beratungen.

Die Zahl der Anrufe nahm in den letzten vier Jahren erheblich zu: von 490 Anrufen im Jahr 2022 auf 650 im Jahr 2023 auf knapp 800 im 2024. Auch die Anfragen per E-Mail wurden mehr. Knapp die Hälfte der Anrufenden suchte primär Beratung in Situationen von häuslicher Gewalt. Die anderen Anrufenden fragten nach einem Schutzplatz oder weiterer Unterstützung und Beratung, die nicht direkt in den Bereich der häuslichen Gewalt fällt.

Wir hoffen sehr, dass die seit Jahren steigende Anzahl Anrufe ein Zeichen dafür ist, dass sich gewaltbetroffene Frauen und ihr Umfeld schneller im Frauenhaus melden – sei es für einen konkreten Eintritt, eine Beratung oder die Vernetzung mit anderen Fachstellen.

Wer kam 2025 ins Frauenhaus?

Die meisten Klientinnen kamen aus den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft. 18 Prozent reisten aus anderen Kantonen an, entweder weil sie hoch gefährdet waren oder weil das entsprechende kantonale Frauenhaus zu dieser Zeit kein Zimmer frei hatte. Dabei war der grösste Teil Selbstmelderinnen, also Frauen, die selbst im Frauenhaus anriefen. Die anderen Frauen wurden von der Opferhilfe, von anderen Frauenhäusern, durch die Polizei, Spitäler oder Beratungsstellen vermittelt. Leider verfügt das Frauenhaus beider Basel nicht immer über freie Zimmer: Im vergangenen Jahr mussten 22 Prozent der akut Schutzsuchenden weitervermittelt werden. Erfreulich ist, dass diese Abweisungsquote im Vergleich zum Vorjahr (35%) gesunken ist.

Wohin nach dem Frauenhaus?

Auch im Jahr 2025 konnten die meisten Frauen nach dem Aufenthalt in die Selbstständigkeit gehen, sei es in die ehemals eheliche Wohnung oder in eine neue Wohnung. Rund 20 Prozent der Klientinnen wechselten in eine andere Institution, zum Beispiel in ein Frauenhaus ihres Herkunftskantons. 18 Frauen traten im Jahr 2025 in die PasserElle des Frauenhauses beider Basel über und profitierten somit von unserem internen Angebot.

 

Unsere LiteraturempfehlungEN

Wenn Sie sich näher mit dem Thema häusliche Gewalt beschäftigen möchten, finden Sie hier sorgfältig ausgewählte Bücher und Materialien, die Orientierung, Wissen und Unterstützung bieten. Unsere Empfehlungen helfen, die Hintergründe und Auswirkungen von Gewalt in Familien besser zu verstehen, sei es für Betroffene, Angehörige oder Fachpersonen.

Häusliche Gewalt allgemein

  • Agota Lavoyer: «Jede Frau. Über eine Gesellschaft, die sexualisierte Gewalt verharmlost und normalisisert.»
    Ein Buch gegen die Rape Culture. Yes Publishment 2024.
  • Agota Lavoyer, Sim Eggler: «Ermutigt. Begleitung nach sexualisierter Gewalt». Beobachter Edition. 2024
  • Miriam Suter, Natalia Widla: Niemals aus Liebe. Männergewalt an Frauen. Zürich, 2024.
  • Barbara Peveling: Gewalt im Haus. Intime Formen der Dominanz. Hamburg, 2024.
  • Schweizerische Kriminalprävention SKP (Hrsg.): Zuhause im Unglück. Warum häusliche Gewalt keine Privatsache ist. Bern, 2024. Die Broschüre ist online verfügbar. 
  • Valerie Fritsch: Zitronen. Roman. Berlin, 2024.
  • Deniz Ohde: Ich stelle mich schlafend. Roman. Berlin, 2024.
  • Christina Clemm: Gegen Frauenhass. Berlin, 2023.
  • Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann EBG: Publikationen des Bundes zu Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, August 2018 bis Januar 2023. Die Publikation ist online verfügbar.
  • Melanie Büttner (Hrsg.): Handbuch Häusliche Gewalt. Stuttgart, 2022.
  • Rita Sagato: Femizide. Der Frauenkörper als Territorium des Krieges. München, 2022.
  • Sotomo: Gewalt in Paarbeziehungen in der Schweiz. Bevölkerungsbefragung. Ergebnisbericht November 2021.
    Der Bericht ist online verfügbar.
  • Laura Backes, Margherita Bettoni: Alle drei Tage. Warum Männer Frauen töten und was wir dagegen tun können. München, 2021.
  • Daniela Pollich, Wolfgang Stewen, Julia Erdmann: Sexuelle Gewalt gegen Frauen. Hilden, 2019.
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Gesundheit: Mehr Schutz bei häuslicher Gewalt. Informationen über Gewalt gegen Frauen und Interventionsmöglichkeiten. Berlin, 2019.
  • Judith Herman: Die Narben der Gewalt. Traumatische Erfahrungen verstehen und überwinden. Paderborn, 2018.
  • Simone Schmollack: Und er wird es wieder tun. Gewalt in der Partnerschaft. Frankfurt a. M., 2017.
  • Sonja Szomoru: Wer einmal schlägt, wird’s wieder tun. Gewalt und Co-Abhängigkeit in Beziehungen. München, 2015.
  • Andrea Weiß, Heidi Winterer (Hrsg): Stalking und häusliche Gewalt. Interdisziplinäre Aspekte und Interventionsmöglichkeiten. Freiburg, 2008.
  • Kathrin Berger (Hrsg): Die Sprache verschlagen. Wettingen, 2008.
  • Antje Joel: Prügel. Eine ganz gewöhnliche Geschichte häuslicher Gewalt. Hamburg, 2020.

Schwerpunkt Kinder und häusliche Gewalt

  • Agota Lavoyer: «Ist das okay?» Ein Kinderfachbuch zur Prävention von sexualisierter Gewalt, Frankfurt a. M., 2022.
  • Corinna Seith, Barbara Kavemann: «Es ist ganz wichtig, die Kinder da nicht alleine zu lassen». Unterstützungsangebote für Kinder als Zeugen und Opfer häuslicher Gewalt. Evaluationsstudie des Aktionsprogramms Kinder als Zeugen und Opfer häuslicher Gewalt der Landesstiftung Baden–Württemberg 2004–2006. Stuttgart, 2007.
  • Stabstelle für Chancengleichheit von Frau und Mann (Hrsg.): Häusliche Gewalt. Was kann die Schule tun. Broschüre für Lehrerinnen und Lehrer. Chur, 2007.
  • Verein Mädchenhaus Zürich (Hrsg.): «Mädchen sind unschlagbar». Eine Dokumentation zum Thema Gewalt an Mädchen und jungen Frauen. Ein Rückblick auf die Fachtagung vom 8. September 2006. Zürich, 2007.
  • Barbara Kavemann, Ulrike Kreyssig (Hrsg.): Handbuch Kinder und Häusliche Gewalt. Wiesbaden, 2006.
  • Helen Wormser et al.: Julia ist kein Einzelfall. Wie das Opferhilfegesetz Kinder zu ihrem Recht verhilft. Luzern, 2001.
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berliner Initiative gegen Gewalt gegen Frauen e.V. (Hrsg.): Mehr Mut zum Reden. Von misshandelten Frauen und ihren Kindern. Berlin, 2000.
    Die Broschüre ist online verfügbar.
  • Silvia Tschupp: Wenn der Vater die Mutter schlägt. Die Auswirkungen von Männergewalt gegen Frauen und die Kinder. Diplomarbeit am iff-forum Institut für ganzheitlich-feministische Pädagogik und Psychologie. Zürich, 2000.

Für Kinder

  • Regina Dürig, Serafine Frey: Imi fliegt. Bilderbuch zum Thema häusliche Gewalt, ab 4 Jahren. Auch auf Französisch erhältlich. Hrsg. von Solidarité Femmes, Biel, 2018.
  • Bildungsstelle Häusliche Gewalt Luzern (Hrsg.): Vom Glücksballon in meinem Bauch. Kinder erleben häusliche Gewalt.
    Köln, 2016.
  • Stina Wirsén: Klein. Kinderbuch. Leipzig, 2016.
  • Christine Biernath: Keinen Schlag weiter! Stuttgart, 2007.
  • Lisa Lercher et al.: Weil der Papa die Mama haut. Kinder aus dem Frauenhaus zeichnen und erzählen. Kinderbuch. Donna Vita, 1997.