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Kinder im Frauenhaus beider Basel

Anita Olah-Erichsen / 13.12.2024

In der Schweiz trifft die Polizei mindestens 20-mal pro Tag auf Kinder, die Gewalt zwischen Mutter und Vater mitansehen mussten. Stehen Kinder im Kontext von häuslicher Gewalt, ist das für ihre Entwicklung eine schwere Belastung. So zeigen sie häufig Verhaltensauffälligkeiten, die sich in Unruhe oder Aggressivität, aber auch in Niedergeschlagenheit oder Ängstlichkeit offenbaren. Einige Kinder zeigen ausserdem Anzeichen einer Traumatisierung oder geben sich die Schuld für die Probleme zu Hause.

Kinder, die mit ihren Müttern ins Frauenhaus eintreten, brauchen also besondere Aufmerksamkeit. Sie brauchen ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, um sich nicht mehr hilflos zu fühlen.

Im Frauenhaus beider Basel sind wir uns dessen sehr bewusst und haben die Betreuung und das Angebot für Kinder kontinuierlich ausgebaut.

Was wir für die Kinder tun

  • Wir setzen auf qualifiziertes Personal: Unsere drei Mutter-Kind-Beraterinnen sind ausgebildete und erfahrene Sozialarbeiterinnen. Sie arbeiten mit den Müttern und Kindern im Bezugspersonensystem und verfolgen bei der nachhaltigen Verarbeitung von erlebter Gewalt zwei Ansätze: die Stärkung der Kinder und die Unterstützung der Mütter.
  • Unsere zwei Betreuerinnen im begleiteten Spielangebot hüten zu bestimmten (aber auch zu flexiblen) Zeiten die Kinder, damit die Mütter Zeit und Energie für andere Aufgaben und Termine haben. Wir arbeiten mit den Kindern nach dem traumasensiblen Prinzip.
  • Sofern es die Gefährdungssituation der Kinder zulässt, machen die Betreuerinnen mit ihnen auch Ausflüge in die nahe Umgebung.
  • Unser Spielzimmer ist alters- und bedürfnisgerecht umgebaut worden: Das neue Klettergerüst ermöglich vielseitige Bewegungen. Es gibt einen neuen Eingangsbereich, Rückzugsmöglichkeiten sowie neue, spannende Spielsachen.
  • Unser Innenhof lädt mit einem Sandkasten, mit Fahrzeugen und im Sommer mit einem Planschbecken zum Spielen und Erleben ein. Die Kinder können mit Kreide malen und im Hochbeet gärtnern. Der Innenhof kann von aussen nicht eingesehen werden, ist also sicher.
  • Zusammen mit der UPKKJ Basel und einer Psychologin des Liaisondienstes bieten wir Sprechstunden im Frauenhaus an. Diese sind niederschwellig und schnell zugänglich und bieten die Möglichkeit einer Ersteinschätzung des Kindes und allfällige psychoedukative Intervention an.
  • 8 unserer 10 Zimmer sind Familienzimmer und können mit bis zu 5 Personen belegt werden.
  • Die Gemeinschafts- und Aufenthaltsräume im Frauenhaus sind modernisiert und kinderfreundlicher gestaltet worden. So können die Kinder auch dann malen, spielen, basteln und kuscheln, wenn ihre Mütter in der Küche beschäftigt sind.
  • Schulpflichtige Kinder, die das Haus aus Sicherheitsgründen nicht verlassen können, werden intern beschult.

Die Ressourcen eines Kindes, also seine individuellen Stärken, tragen zum Aufbau von Resilienz bei und unterstützen die Verarbeitung des Erlebten. Kinder brauchen zudem die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen, über das Erlebte zu sprechen und wieder Vertrauen zu gewinnen.

Diesen Rahmen bieten wir!