Ankommen & Schutz finden
Das Frauenhaus beider Basel ist eine Schutzeinrichtung für Frauen mit oder ohne Kinder, die von häuslicher Gewalt betroffen sind.
Es bietet professionelle Begleitung und Unterstützung. Auch junge Frauen ab 18 Jahren, die von einer Zwangsheirat bedroht oder betroffen sind, finden bei uns eine vorübergehende Unterkunft und Schutz.
Häusliche Gewalt hat viele Formen: Sie kann körperlich, psychisch, sexualisiert, sozial oder wirtschaftlich sein. Sie wird meist durch den Ehemann, Partner oder andere Familienangehörige ausgeübt oder angedroht. Dabei spielt es keine Rolle, ob die betroffene Frau mit der gewaltausübenden Person zusammenlebt oder getrennt ist.
Der Weg ins Frauenhaus
Um die Sicherheit aller Frauen und Kinder im Frauenhaus beider Basel zu gewährleisten, ist unser Standort anonym.
Für den Eintritt in unser Haus muss die betroffene Frau bei uns anrufen, gerne auch mit einer Vertrauensperson. Im Gespräch informieren wir über die wichtigsten Rahmenbedingungen wie das Zusammenleben mit anderen Frauen, verbindliche Beratungstermine sowie unsere Sicherheitsmassnahmen. Der Eintritt ins Frauenhaus ist freiwillig, ein Austritt jederzeit möglich.
Dauer und Kosten eines Aufenthalts
Jede Frau, die von häuslicher Gewalt betroffen ist, hat Anspruch auf einen Schutzplatz. Dies ist im Opferhilfegesetz (OHG) geregelt. Die Dauer des Aufenthalts im Frauenhaus beider Basel hängt von verschiedenen Faktoren ab und kann von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen variieren. Die ersten 35 Tage sind für alle Frauen und Kinder kostenlos. Anschliessend werden individuelle Lösungen gefunden: Frauen ohne eigenes Einkommen bleiben kostenlos, während Frauen mit Einkommen ab dem 36. Tag einen kleinen, angemessenen Beitrag leisten.
auch wenn sie Kein Geld haben, können sie ins Frauenhaus kommen.
Der Alltag im Frauenhaus
Der Alltag im Frauenhaus gestaltet sich ähnlich wie in einer grossen Wohngemeinschaft mit anderen Frauen und Kindern. Das Zusammenleben wird von einer Mitarbeiterin begleitet, die rund um die Uhr als Ansprechperson vor Ort ist.
Im Frauenhaus beider Basel stehen zehn Zimmer zur Verfügung, von denen acht als Familienzimmer gestaltet sind. Jedes private Zimmer ist ein Rückzugsort und gehört ausschliesslich der jeweiligen Frau selbst.
Gemeinsam genutzt werden:
- Küche
- Badezimmer und WC
- Arbeitszimmer
- Lounge
- Spielzimmer
- Aussenbereiche
Wie in jeder Wohngemeinschaft fällt auch hier gemeinsame Hausarbeit an. Einmal in der Woche findet eine Haussitzung statt. Dort werden die Aufgaben im Haus verteilt und aktuelle Themen für ein respektvolles Zusammenleben besprochen.
Das Frühstück und das Abendessen gestalten die Frauen für sich und ihre Kinder selbst. Das Mittagessen wird jeden Tag von einer anderen Frau für alle zubereitet und es wird gemeinsam gegessen.
Während des Aufenthalts im Haus wird der Alltag ein anderer sein als zu Hause. Je nach Sicherheitslage können die Frauen aber weiterhin zur Arbeit gehen, ihre Kinder in die Kita oder Schule bringen und ihre Familie oder Freundinnen treffen. Dies wird im Detail mit der zuständigen Beraterin besprochen.
Möchten Sie den Aufenthalt aus der Sicht einer ehemaligen Frau kennenlernen? Lesen Sie hier ein Interview.